Pas de deux

In der Arbeit »Pas de deux« widmet sich die Fotografin Peggy Stahnke der Spur des Körpers im Fotogramm. Der Körper ist hierbei nicht gegenständliches Objekt des Abbildes oder Abdrucks, sondern Visualisierung einer körperlichen Anwesenheit.
Gezeigt werden lichtmalerische Tanzbewegungen der Künstlerin. In ihrer Kindheit und Jugend erlernte sie intensiv unterschiedliche Tanzarten. Die experimentellen Fotografien der Serie »Pas de deux« reflektieren die Hingabe der Künstlerin zum Tanz. »Pas de deux« beschäftigt sich mit dem menschlichen Körper und dem ihm immanenten Moment seiner Vergänglichkeit. Wo einst Beweglichkeit im Sinne des Tanzes war – eine Möglichkeit des sich selbst Spürens und Wahrnehmens – bleibt Jahre später nicht mehr als eine Erinnerung an das, wozu der Körper früher im Stande war.
Das Fotogramm bietet die Möglichkeit, von dem vormals auf einer Bühne Gezeigtem nur die Spuren in Form von Licht und Schatten aufzunehmen und zu konservieren. Die Präsenz der Vorführung tritt hierbei jedoch in den Hintergrund, so dass der Tanz in seiner ursprünglichen Ausdrucksform und die Vergänglichkeit des menschlichen Körpers mit seiner Beweglichkeit dem Betrachter verborgen bleiben. Das sinnliche Nacherleben der einst erlernten Tanzbewegungen bleibt der Künstlerin vorbehalten.
Die konservierten Spuren sind somit nur Verweise auf den sich bewegenden Körper. Durch den Entwicklungsprozess in der Dunkelkammer wird das Motiv dauerhaft fixiert. Es ist eine Art persönliche Spurensicherung des immer weiter Schwindenden.
Die Arbeit verfolgt den Zusammenhang zwischen Körper und Spur und ist nicht nur durch Bewegungen, sondern durch die Berührung der Füße und des Lichtes auf dem Fotopapier entstanden. Das Fotopapier wird so zur Bühne. Das Licht zur Verlängerung der Bewegung.
Entstanden sind Unikate – abstrakte Lichtmodulationen, die niemals das Gleiche zeigen.
Jede körperliche Bewegung wird individuell übersetzt. Was bleibt sind körperlose Körperbilder.